Bartimäus – vom Bettler zum Follower

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Er lebte in Jericho vor 2000 Jahren und war blind. Sein ganzes Leben wünschte er sich sehend zu sein. Aber nichts war zu machen. So richtete er sich auf ein Leben als Bettler ein. Was sonst sollte er machen? Jeden Tag das Gleiche: Leute anquatschen und auf die Tränendrüse drücken. Das zerstört das Selbstbewusstsein, die Würde geht den Bach runter und macht den Menschen kaputt.

Eines Tages hörte er: „Dieser Jesus von Nazareth kommt vorbei!“ Den wollte unser blinder Mann mit dem Namen Bartimäus treffen. Und er soll auch schon Wunder vollbracht haben und er sagt von sich, er sei der Messias.

Als Jesus dann tatsächlich kurz darauf nach Jericho kam, schrie sich Bartimäus die Seele aus dem Leib. Etwas so, wie sich heute die Fussballfans die Seele aus dem Leib schreien. Aber krasser. „Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ Jesus rief den Mann zu sich und fragte: Was soll ich für dich tun?

Welch eine Gelegenheit: Bartimäus, der blinde Bettler, wird gefragt, was er für einen Wunsch habe. Vieles hätte er erbitten können: Eine Familie, Geld, Kleider, ein Haus, Essen. Aber nein: Er wusste, sein grösster Wunsch ist. Deshalb sagte er: „Ich will sehen können!“

Und genau das geschieht! Er sieht. Zum ersten Mal im Leben.

Ein Wunder!

Ein Mensch sieht nun doppelt: Er sieht mit seinen Augen zum ersten Mal und er sieht die geistliche Realität durch den Glauben. Aber es bleibt nicht nur beim Glauben, sondern Bartimäus folgt auch noch Jesus nach. Er will ganz praktisch mit Jesus im Alltag unterwegs sein. Und da hat er noch vieles zu sehen und zu erleben.

Aus dem blinden Bettler ist ein sehender Follower geworden. Ein echter Follower.

 

aus Markus 10, 46ff